Engagement unserer Schulsprecherin im Kreisschülerrat

23. Januar 2026

Schülervertretung

Quellenangabe: Hessische Allgemeine (Kassel-Mitte) vom 17.01.2026, Seite 15

Der folgende Zeitungsartikel der HNA beschreibt das Engagement unserer Schulsprecherin, Alina Ritter. Sie ist im Kreisschülerrat aktiv und setzt sich, weit über die Grenzen der HBS hinaus, für die Belange der Schülerinnen und Schüler ein.

Fuldatal – Anfang der Woche sorgten das Wintertief „Gunda“ und der angekündigte Eisregen für teils geschlossene Schulen. Aber nicht überall wurde der Präsenzunterricht ausgesetzt. Der Kreisschülerrat Kassel kann den Umgang mit der Wetterlage und die uneinheitlichen Schulschließungen nicht nachvollziehen und hat sich mit einem Forderungsschreiben an unsere Zeitung gewandt. Auch das Schulamt hat der Kreisschülerrat damit bereits konfrontiert, bisher jedoch ohne Rückmeldung. Alina Ritter ist stellvertretende Kreisschulsprecherin. Die 19-jährige Fuldatalerin besucht die Herwig-Blankertz-Schule in Hofgeismar und erklärt, worauf es den Schülerinnen und Schülern ankommt.

Was kritisiert der Kreisschülerrat konkret?
Wir können als Kreisschülerrat nicht nachvollziehen, warum das Staatliche Schulamt trotz der Wetterlage am 12. Januar an der Präsenzpflicht festgehalten hat. Das Schulamt hätte frühzeitig entscheiden sollen, dass die Präsenzpflicht überall ausgesetzt wird. Während die umliegenden Landkreise und Bundesländer den Präsenzunterricht aus Sicherheitsgründen ausfallen ließen, ignorierte das Schulamt im Landkreis Kassel die Gefahren für alle. Erschwerte Verkehrsbedingungen und ein erhöhtes Unfallrisiko wurden damit bewusst in Kauf genommen. Die inkonsequente Entscheidung hat dazu geführt, dass eine Mehrheit der Schülerinnen und Schüler zu Hause geblieben ist und überhaupt kein richtiger Unterricht stattgefunden hat.
Unterschiedliche Regelungen in benachbarten Landkreisen sind außerdem weder logisch noch vermittelbar und verunsichern Schülerinnen und Schüler. Innerhalb der Schülerschaft herrschte große Unklarheit über die Lage und was nun gelten sollte. Mit dem Schulportal Hessen, Moodle und Big Blue Button stehen etablierte landeseigene Möglichkeiten für Onlineunterricht zur Verfügung, die während der Pandemie ausreichend erprobt wurden. Es wäre ohne Weiteres möglich gewesen, auf Distanzunterricht umzusteigen.

Welche Forderungen ergeben sich daraus für euch?
Der Schutz der Schüler und Schülerinnen muss endlich oberste Priorität haben und über die Präsenzpflicht gestellt werden. Wir verstehen nicht, warum solche Entscheidungen nicht zentral getroffen werden. Bei dem Unwetter im Sommer vor drei Jahren war es ähnlich. Wir fordern eine einheitliche Regelung in solchen Fällen und eine frühzeitige Bekanntmachung beziehungsweise Informationen an die Schülerinnen und Schüler.

Was wünscht ihr euch vom Schulamt im Umgang mit Schülerinnen und Schülern?
Unsere Stimme muss gehört werden – die Schule ist unser space (englisch: Raum, Platz), den wir mitbestimmen. Das bedeutet, dass das Schulamt sich auch an uns anpassen muss, zum Beispiel durch eine rechtzeitige Umstellung auf Digitalunterricht. Außerdem wünschen wir uns, dass das Schulamt kommunikativer mit der Schülervertretung zusammenarbeitet, uns stärker einbindet und auch auf uns zugeht. Oft wirkt es so, als versuche das Schulamt, für eine Schule zu arbeiten, von der es keine Ahnung hat. Auf der Webseite des Hessischen Schulamtes sind zum Beispiel noch immer alte Kontakte von der ehemaligen Kreisschulsprecherin Ellinor Steinborn aus dem Jahr 2021 angegeben. Auch auf unseren Hinweis hin wurde das nicht geändert. Wir wünschen uns mehr Kommunikation und Entscheidungen, die unsere Lebensrealität berücksichtigen und ernst nehmen.

(JOSEFIN DUDEK)