Sichere Zukunft für die BÜA

7. August 2025

Allgemein

Eine Gruppe junger Leute wird von einem Mann im Anzug vor einem Gebäude mit Luftballons beklatscht.

Kultusminister zu Gast an der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung: Armin Schwarz besuchte auch die Abschlussfeier der BÜA-Schüler. Hier zeigen angehende Sozialassistentinnen einen Tanz bei der Feier. © Foto: Bernd Schünemann 

Hofgeismar – Dass der Kultusminister persönlich bei einer Abschiedsfeier vorbeischaut, ist wohl äußerst selten. Das haben die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung (BÜA) in Hofgeismar jetzt erlebt. 

Noch nicht mal die reichen Bayern haben so kleine Klassen wie wir in Hessen.

Armin Schwarz Kultusminister

Diese BÜA gibt es an der Hofgeismarer Herwig-Blankertz-Schule seit mehreren Jahren. Bisher lief sie wie an einigen anderen hessischen Berufsschulen als Schulversuch. Das Angebot hat sich offensichtlich bewährt, denn die BÜA solle in Hessen „verstetigt“ werden, kündigte Kultusminister Armin Schwarz (CDU) am letzten Schultag in der Berufsschule an. An etwa 80 der 104 hessischen Berufsschulen solle diese Berufsfachschule zum Regelangebot werden. Damit ebne die BÜA zukünftig vielen jungen Menschen den Weg in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. 

Schwarz, der selber Berufsschullehrer in Waldeck-Frankenberg war, machte sich in Hofgeismar ein Bild von der Berufsschule. Dabei machte er deutlich, dass sich auch die Schulen den Änderungen am Arbeitsmarkt stellen müssen. Vor 45 Jahren hätten 180.000 junge Menschen in Hessen Ausbildungsverträge abgeschlossen. Diese Zahl sank während der Corona-Pandemie auf den Tiefststand von weniger als 90.000 Ausbildungsverträge. Derzeit liege sie bei etwa 92.000 Verträgen im Jahr. Das habe Konsequenzen für den Arbeitsmarkt und die Berufsschulen. „Ideen für die Zukunft haben wir“, riss Schwarz das Thema in Hofgeismar kurz an. Alle Berufsschulen sollten möglichst erhalten bleiben. 

Die Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung soll Schülerinnen und Schülern bereits nach einem Schuljahr in ein passgenaues Ausbildungsverhältnis vermitteln. Aufgenommen werden Schüler, die noch keinen Hauptschulabschluss oder einen berufsorientierten Abschluss und noch keinen Ausbildungsplatz besitzen oder einen besonderen Förderbedarf haben. Zum Stundenplan gehören allgemeinbildende Fächer sowie berufsbildender Unterricht. Darin erhalten die Schüler Einblicke in spezifische Abläufe aus mindestens zwei beruflichen Schwerpunkten. Praktika unterstützen bei der Orientierung. 

Diese Berufsfachschule zeichnet sich unter anderem durch ihre Klassengröße aus. Zwischen fünf und maximal 16 Schülern sind möglich. „Noch nicht mal die reichen Bayern haben so kleine Klassen wie wir in Hessen“, sagte Schwarz in Hofgeismar. 

Lehrerin Sabine Posselt nutzte den Besuch, um über die Arbeit in der Berufsfachschule zu berichten. Sie hob die Klassengröße hervor. Die ermögliche, dass jeder Schüler mehr Aufmerksamkeit bekomme. Und sie gab dem Minister den Wunsch mit, bei der landesweiten Einführung der Fachschule die Abschlussprüfung enger mit der Praxis zu verbinden. Diesen Vorschlag wolle er gern mitnehmen, sagte Schwarz. Auch Schulleiter Rainer Büchter hofft, dass Hofgeismarer Erfahrungen in die Gesetzgebung zur BÜA einfließen. Er hob hervor, dass es während des Schulversuchs immer Möglichkeiten gegeben habe, bei Bedarf Änderungen vorzunehmen. 

Anschließend besuchte der Minister die Abschlussfeier der BÜA-Schülerinnen und Schüler. BERND SCHÜNEMANN 

Quellenangabe: Hofgeismarer Allgemeine vom 07.07.2025, Seite 5