Nur wenige Menschen haben eine reale Vorstellung vom Leben und Arbeiten im Gefängnis. In der öffentlichen Diskussion und den Medien werden oft Klischees bedient. Niemand will mit dem „Bösen“ zu tun haben, das doch Teil der gesellschaftlichen Realität ist. Für die angehenden Sozialassistenten der Jahrgangsstufe 11 eröffnet sich vor den Sommerferien 2017 die besondere Möglichkeit, einen Einblick nehmen zu können. Die Besuche der beiden Klassen lassen sich durch die Genehmigung des Ltd. Regierungsdirektors Jörg-Uwe Meister, dem Anstaltsleiter der JVA Kassel I, realisieren. Ihm und allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei an dieser Stelle ein besonderer Dank gesagt, aber auch den Gefangenen, die in einer Abschlussrunde mit den Schülerinnen und Schülern sprechen. Gerade dieser Dialog wird in besonderer Weise in Erinnerung bleiben.

20170928 Einblick

Wir betreten also eine ganz andere Welt, die einem Mikrokosmos gleicht. Beide Schülergruppen nehmen ihre persönlichen „Freiheiten“ durch eine andere Brille wahr und können die eigene Freiheit anders wertschätzen. Der Gefängnisbesuch vermittelt außerdem, wie schnell Menschen in Grenzsituationen geraten können, die abrupt das eigene Leben und das Leben der Opfer von einem auf den anderen Tag völlig auf den Kopf stellen oder gar zerstören.

Allen, die sich näher für unseren Gefängnisbesuch interessieren, empfehlen wir sehr, einige der Berichte der Schülerinnen und Schüler zu lesen, die neben dem Erlebten auch das Hinterfragen der eigenen Lebenseinstellung und die gesellschaftliche Verantwortung für den Strafvollzug und die Resozialisierung thematisieren. Unsere Spurensuche ist also mehr, als nur die zu betrachten, deren Leben aus der Spur geraten ist!

(Susanne Hold)

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Prag im Dezember. Das hört sich für eine Klassenfahrt gar nicht so schlecht an. Was konnten 39 SchülerInnen, eine Anleiterin aus der Berufspraxis, Dirk Schneider und ich erwarten:
Günstige Hotelpreise (wer fährt schon eine Woche vor Weihnachten auf Klassenfahrt?), Kälte und Schnee, Weihnachtsmärkte und Glühwein, geschmückte Stadt im Lichterglanz, neue Eindrücke und Erfahrungen, allein und in der Gruppe.
Bis auf Kälte und Schnee sind die Erwartungen alle erfüllt worden. Wir hatten stattdessen teilweise frühlingshafte Temperaturen und Sonnenschein.
„Agaria Tours“, mit denen ich nun schon zum vierten Mal eine Klassenfahrt in die Hauptstadt der Tschechischen Republik durchgeführt habe, hatten alles hervorragend organisiert. Von der Ansprechpartnerin vor Ort, die uns 24 Stunden, mit sehr guten Deutschkenntnissen zur Verfügung stand, über ein ordentliches Mittelklassehotel in der Nähe der Prager Altstadt (Halbpension), bis zu allen Eintrittspreisen und Straßenbahnkarten, war alles im Preis von 173.-€ enthalten. Dieser Preis schonte die Geldbörse, so dass so manches Weihnachtsgeschenk auch in der Prager Innenstadt noch besorgt werden konnte.

Ich hatte die SchülerInnen gebeten, ... 

Die Ausbildung im Überblick

Die zweijährige Höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz vermittelt einen berufsqualifizierenden Abschluss als Assistentin/ Assistent, ist in Hessen Voraussetzung für die Ausbildung zur Erzieherin/ zum Erzieher und erweitert die Allgemeinbildung.

Die Aufnahmevoraussetzung

  • Ein Zeugnis über den mittleren Abschluss, ein Abschlusszeugnis einer zweijährigen Berufsfachschule oder ein Versetzungszeugnis in die gymnasiale Oberstufe.
  • Die Leistungen in zwei der Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch müssen mindestens befriedigend sein, wobei in keinem der der genannten Fächer die Leistungen schlechter als ausreichend sein dürfen. Sind die Leistungen in diesen Fächern schlechter, muss man an einem Auswahlverfahren teilnehmen.
  • Bei der Bewerbung muss neben dem Zeugnis ein Lebenslauf und ein Lichtbild eingereicht werden.

Die Ziele

  • Für die Arbeit mit Menschen in sozialpflegerischen und sozialpädagogischen Einrichtungen sensibilisieren
  • Für die weiterführende Ausbildung an Fachschulen mit sozialpädagogischer und sozialpflegerischer Ausrichtung qualifizieren
  • Für die Arbeit als Sozialassistentin/ Sozialassistent in sozialen Einrichtungen qualifizieren
  • Allgemeinbildung stärken

Die Unterrichtsorganisation

Berufsbezogener Unterricht

  • Grundlagen der Sozialpädagogik und Sozialpflege in Theorie und Praxis
  • Grundlagen der Anthropologie
  • Grundlagen der Medienerziehung
  • Bedarfsgerechte Ernährung für verschiedene Altersstufen

Allgemeinbildender Unterricht

  • Deutsch
  • Englisch
  • Politik/ Wirtschaft
  • Religion
  • Datenverarbeitung

Im ersten Schuljahr:

Zwei vierwöchige Berufspraktika in einer sozialpädagogischen und einer sozialpflegerischen Einrichtung.

Im zweiten Schuljahr:

3 Tage Berufspraktikum in einer sozialpflegerischen oder in einer sozialpädagogischen Einrichtung, 2 Tage Schule.

Der Abschluss

Der Abschluss der höheren Berufsfachschule Sozialassistenz ist Zugangsvoraussetzung für die Fachschulen Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege und legt die fachlichen Grundlagen für die Ausbildung in diesen Fachrichtungen.

Der Abschluss verbessert auch die Chancen in einem pflegerischen Beruf einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Mit dem erfolgreichen Absolvieren der Abschlussprüfung ist die Berechtigung verbunden, die Bezeichnung „Staatlich geprüfte Sozialassistentin“/ „Staatlich geprüfter Sozialassistent“ zu führen.

Die Schülerinnen und Schüler können die Fachhochschulreife erlangen, wenn sie am Zusatzunterricht in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik und an der Fachhochschulreifeprüfung teilnehmen.

Kontakt

Weitere Informationen zur zweijährigen Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz erhalten Sie bei:

Herwig-Blankertz-Schule, Hofgeismar
Berufliche Schulen des Landkreises Kassel

D. Rothe

Magazinstraße 23
34369 Hofgeismar
Tel. 05671 9983-0
Fax 05671 40469
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