Über das Erasmus+ Kontingent der HBS wurden auch 6 Mechatroniker von VW, welche die Max-Eyth-Schule Kassel besuchen, von Erasmus+ Koordinatorin Martina Kerner entsandt und zusammen mit Kollege Albrecht Gerland der MES vorbereitet und betreut.

Auch dieses Jahr hatten wieder 6 Industriemechaniker der Volkswagen AG Kassel die Möglichkeit, ein Praktikum im Skoda Werk im tschechischen Mladá Boleslav zu absolvieren.
Die Vorbereitungen begannen schon Wochen vor dem Fahrtbeginn, denn anders als im Jahr zuvor, bekamen wir keine Multivans gestellt, sondern mussten uns um einen Reisebus kümmern. Diese Aufgabe wurde von den Fachkräften für Lagerlogistik übernommen, die in diesem Jahr zum ersten Mal auch mitkamen.
Der Bus fuhr am 01.05.2016 um 7:00 Uhr am VW Werk ab und ca. 8 Stunden später erreichten wir das Skoda Wohnheim in Mladá Boleslav. Am 1. Praktikumstag wurde uns die Skoda Akademie gezeigt und wir lernten Auszubildende von Skoda kennen. Die restlichen Tage der ersten Woche nahmen wir an einem Pneumatik-Workshop teil und waren 2 Tage im Betrieb versetzt. In der zweiten Woche hatten wir einen SPS- und einen CNC-Workshop in der Skoda Akademie. Am 14.05.2016 ging es dann mit dem Reisebus zurück nach Deutschland.
Für unsere Freizeit waren wir weitestgehend selbst zuständig. Bis auf einen Ausflug nach Prag war seitens Skoda und der Schule nichts geplant. So verbrachten wir die Zeit am Nachmittag nach dem Praktikum und am Wochenende zusammen mit unseren Kollegen. Wir haben oft selbst gekocht, sind Bowlen gegangen und es ging auch mal in die nahegelegene Disco "Forum".
Wir haben in dieser Zeit sehr viele Erfahrungen gesammelt und das Land und die Leute dort näher kennengelernt. Wir sind dankbar, dass VW uns für die Zeit freigestellt hat und uns in Kooperation mit der Herwig-Blankertz-Schule diese Erfahrung ermöglicht hat.

Unser Austausch begann mit einer unproblematischen 6-stündigen Busfahrt vom VW Werk zum Skoda-Wohnheim. Dort angekommen checkte die dreißig Mann starke Gruppe aus Kassel nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten ein und verteilte sich auf ihre Zimmer. Überrascht wurden wir von einem sehr hölzern und altmodisch eingerichtetem Zwei-Personenappartement mit einer zum Teil sehr spärlich eingerichteten Küchenzeile. Jedoch machte der großzügige Balkon mit direktem Blick aufs Trainingsgelände und Spielstätte des beheimateten Erstligisten Mladá Boleslav die anfängliche Skepsis zunichte. Nachdem wir uns in unseren Zimmern eingerichtet hatten, erwartete uns eine Führung durch die Stadt Mladá Boleslav, durch das Skoda Museum sowie durch verschiedene Produktionsbereiche des Skoda Werkes. Während unseres zweiwöchigen Aufenthalts in Tschechien wurden wir fast ausschließlich durch strahlenden Sonnenschein verwöhnt und konnten sogar an einem Wochenende vom Balkon aus ein Erstliga-Heimspiel miterleben. Außerhalb der Arbeit passte also neben dem guten Wetter auch die Unterbringung in dem Skoda Wohnheim sowie das Zusammenleben der Gruppe perfekt zusammen. Auch die Unternehmungen am Wochenende waren sehr spannend und sogar lehrreich und schweißten die Gruppe noch mehr zusammen. So etwa der Tagestrip in die wunderschöne tschechische Hauptstadt Prag, welcher ebenso von strahlendem Sonnenschein und guter Laune begleitet wurde.
Der Austausch hatte allerdings auch eine Schattenseite. Speziell für die Berufsgruppe der Fachkräfte für Lagerlogistik war die alltägliche Arbeit ein Kraftakt. Wir wurden in der Verpackungs- und Versandabteilung von Arbeitsbedingungen begrüßt bzw. überrumpelt, die wir so vom Azubileben bei Volkswagen nicht gewöhnt waren. Der Arbeitstag war geprägt von strengen Regeln und Arbeitsbedingungen, die weder ergonomisch waren, noch die Kommunikation mit den tschechischen Tandempartnern förderte, sondern eher untersagte. Nachdem wir allerdings unserer betreuenden Lehrerin Frau Kerner unsere Eindrücke der ersten Tage schilderten, setzte sich Frau Kerner dafür ein, dass wir auch andere Bereiche kennenlernen durften sowie den Schulunterricht in der Skoda auto skola mitmachten. Außerdem organisierte man für uns Führungen durch das Lager, wo wir unter anderem die verschiedenen Kommissioniermethoden wie pick-by-light, pick-by-point, pick-by-frame im Praxisbezug erlebten. Die zuständigen Verantwortlichen versuchten also uns die letzten verbliebenen Tage so angenehm und lehrreich wie möglich zu gestalten, mit Erfolg.
Im Großen und Ganzen lässt sich der Austausch als ein einzigartiges Erlebnis im Leben beschreiben, wobei wir auch Erfahrungen für das Arbeitsleben sammelten.

Jonas Rothe, Dennis Lengemann, Rebecca Weiß, Katharina Methe, Marco Kokott, Christian Guthof