comp Köpfe

Ob das so richtig ist, haben die beiden Sozialassistentenklassen (Jahrgangstufe 11) bei den Besuchen in der JVA Kassel I erfahren können. Es ist nicht so einfach, einen Menschen zu beurteilen, seine Situation einschätzen zu können. Die Schülerinnen und Schülern erfahren vor Ort, wie die Lebensrealität von verurteilten Menschen aussieht, die eine Freiheitsstrafe verbüßen müssen. Nach einer intensiven unterrichtlichen Vorbereitung eröffnete sich die besondere Chance, eine Justizvollzugsanstalt besuchen zu können. Dies verdanken wir erneut dem Ltd. Regierungsdirektor Jörg-Uwe Meister, der uns eine entsprechende Genehmigung erteilte. In dieser Form „grünes Licht“ zu bekommen, ist ein Novum, das auch die beiden Klassen zu schätzen wissen und sie nachhaltig beeindruckt hat.

Einige Schülerberichte stehen exemplarisch für das Erlebte und sollen auch die Leser über die Aufgabenstellung informieren und zum Nachdenken anregen. „Was denke ich vor dem Besuch im Gefängnis? Was wird mich erwarten?“ Weiterhin charakterisieren die Schülerinnen und Schüler Gesprächssituationen, Räumlichkeiten und Gefühle, die sie intensiv bewegen und sie deshalb darstellen wollen. Abschließend geht es in den Texten darum, die eigene Position zur Thematik Schuld und Bestrafung nach dem Gefängnisbesuch darzulegen. Diese fällt oft ganz anders aus, als ursprünglich gedacht oder kann nicht beantwortet werden.

In meiner eigenen Wahrnehmung verlaufen die Gefängnisbesuche immer unterschiedlich! Und das, obwohl ich das Projekt seit vielen Jahren vorbereite, begleite und dabei meine Erfahrungen als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Justizvollzug einbringe. Darin liegt der „Schlüssel“, um das Interesse bei den Schülergruppen zu wecken und für eine gesellschaftliche Verantwortung zu gewinnen. Die Offenheit der jungen Menschen erlebe ich dabei in verschiedenen Ausdrucksformen, aber stets in einer Ernsthaftigkeit. Dies ist auch zu lesen, wenn sie respektvoll von der Arbeit im Justizvollzug schreiben und nun eine Ahnung davon haben, was der Freiheitsverlust bedeutet. Der Umgang mit der eigenen Freiheit bekommt einen anderen Stellenwert.

Susanne Hold

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Einen besonderen Schultag erlebten in der letzten Woche sowohl die Schülerinnen und Schüler der evangelischen Altenpflegeschule, als auch die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für sozialpflegerische und sozialpädagogische Berufe der Herwig-Blankertz-Schule in Hofgeismar.

16 Altenpflegeschüler hatten sich mit ihren Lehrerinnen Anika Skirl, Petra Käse und Diana Framhein, in einer Vorbereitungsphase in ihrer Schule am Gesundbrunnen, intensiv auf eine Information über berufliche und inhaltliche Aspekte der Altenpflege vorbereitet. Ausgestattet mit viel Wissen und methodisch-didaktischen Grundkenntnissen sollten diese Erfahrungen an 21 Schüler der Berufsfachschule weitervermittelt werden.

An drei Stationen bekamen die Berufsfachschüler, die der Lehrer der Berufsschule Michael Störmer vorher im Unterricht auf diese Veranstaltung vorbereitet hatte, einen umfassenden Einblick in die Schwerpunkte der Altenpflege.

Gemeinsam wurden berufskundliche Fragestellungen, wie beispielsweise ...

P1220009Die 11BF13 macht einen Schnupperkurs mit Baby und eine Alterssimulation mit Eindrücken körperlicher Alterserscheinungen

Zunächst bestand für die 13 Schüler und Schülerinnen der Klasse 11 BF 13 im Zeitraum vom 21.09. bis zum 24.09.2015 die Möglichkeit an einem Projekt teilzunehmen, dass die Schüler und Schülerinnen einige Aufgaben und Verantwortlichkeiten der Elternschaft zeigt, indem es ihnen die Chance bietet mit einem „eigenen“ Baby mehrere Tage und Nächte zu erleben und so persönliche Erfahrungen zu machen und „Denkanstöße für kompetente Entscheidungen zu erhalten“. Aus diesem Grund kamen K. Rolka (Dipl. Sozialpäd. und Projektleiterin Schnupperkurs) und eine Mitarbeiterin vom Sozialdienst kath. Frauen e.V. KS und brachten sechs RealCare®Babys mit. 

Auszeichnung – Hessischer Demografie-Preis 2015Das gemeinsame Projekt „Jung hilft Alt“, getragen von der Höheren zweijährigen Berufsfachschule für Sozialassistenz der HBS, dem Pflegedienst PHB und der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag aus Hofgeismar, hat beim Hessischen Demografiepreis den 3. Platz und damit ein Preisgeld von 4000 Euro gewonnen. In diesem Projekt übernehmen die Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich die Rolle der Unterrichtenden und helfen Senioren im Umgang mit Computer und Smartphone.
Vor den Sommerferien gab es einen Anruf aus der Hessischen Staatskanzlei, dass das Projekt unter den 6 ausgewählten Projekten sei – gleichzeitig wurde eine Fülle von Terminen und Aufgaben genannt.

frei1Ob das so stimmt, was da einer meiner Schüler sagt?! Bald gibt es mehr Klarheit! Mit der Thematik befassen sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 11BFSO a/b, die im Frühsommer 2015 mit mir die Justizvollzugsanstalt Kassel I besuchen. Mit Spannung erwarten die beiden Schülergruppen ihren jeweiligen Besuch und spüren schon im Vorfeld ganz deutlich, dass wir keinen Klassenausflug der herkömmlichen Art vor uns haben. Denn für jeden Einzelnen ist eine Besuchsgenehmigung einzuholen. Diese „Eintrittskarte“ erhalten nur die, bei denen keine Sicherheitsbedenken festgestellt werden. Schließlich betreten wir im Gefängnis einen Bereich, in der die Sicherheit höchste Priorität hat.

Am 25.2.15 bekamen wir, die Klasse 11 BFS 13 der zweijährigen Berufsfachschule für sozialpflegerische und sozialpädagogische Berufe, Besuch vom Mittelkurs der Altenpflegeschule des DAFZ in Hofgeismar.

Unter dem Motto „Schüler unterrichten Schüler“ hatten wir die Gelegenheit, uns von den Altenpflegeschülerinnen und Altenpflegeschülern anleiten zu lassen.

So konnten wir bei Übungen mit dem Alterssimulationsanzug ein Gespür dafür bekommen, welche Auswirkungen das Alter auf das Empfinden des Menschen und seinen Alltag hat.

Außerdem standen uns die angehenden Pflegeprofis als Interviewpartner zur Verfügung. Wir wollten z.B. wissen, welche Inhalte in der Ausbildung gelernt werden müssen, wie hoch das Gehalt ist, wie sie ihren Alltag im Schichtdienst organisieren und welche professionellen Möglichkeiten es gibt, den hohen Anforderungen, die dieser Beruf mit sich bringt, zu begegnen.

Wir danken dem Mittelkurs der Altenpflegeschule für seine Offenheit und die gute Vorbereitung. Wir haben viel gelernt!